Die großen Elektronikmärkte überschlagen sich mit verbrauchsarmen, umwelt- und klimaschonenden Haushaltsgeräten, die die alten Geräte ersetzen sollen. Das klingt natürlich erst einmal positiv, da in jedem deutschen Haushalt viele – bekannte und unbekannte – Stromfallen lauern und so nicht nur die Stromrechnung in die Höhe treiben, sondern auch durch den hohen Strombedarf dem Klima schaden. Auch wenn die neuen Geräte oftmals gemeinsam haben, weniger Strom als Vorgängermodelle zu verbrauchen, gibt es trotzdem große Unterschiede zwischen unterschiedlichen Marken und Modellen. Ein Blick auf die technischen Daten eines Haushaltgerätes ist vor dem Kauf also immer ratsam und kann vor unverhältnismäßig hohen Stromrechnungen schützen.

Die Stromfallen im Haushalt
Die Stromfallen im Haushalt

In der EU gibt es Vorgaben, die jeden Hersteller dazu verpflichten, ihre Geräte mit sogenannten „EU-Labeln“ zu kennzeichnen. Diese kategorisieren die Geräte in unterschiedliche Gruppen (beispielsweise in A+), um es den Verbrauchern zu erleichtern, auf den ersten Blick Stromfresser zu enttarnen und auf diese beim Kauf bewusst zu verzichten. Dies gilt für alle Haushaltsgroßgeräte, also insbesondere für Gefrier- und Kühlschränke, Waschmaschinen und Geschirrspüler. Anbieter, also sowohl Elektronikfachmärkte als auch Versandhändler sind gesetzlich dazu verpflichtet, die Kennzeichnung (inklusive dem Stromverbrauch pro Jahr in kWh) sowie weitere Informationen wie Wasserverbrauch bei Waschmaschinen und Geschirrspülern so anzubringen, dass sie eindeutig klassifiziert werden können.
Die EU-Label haben allerdings den Nachteil, dass die Festlegung der unterschiedlichen Stromverbrauchsgruppen vor über 20 Jahren erfolgte. Damals war der Stromverbrauch wesentlich höher als heutzutage. Dadurch erhalten heute unverhältnismäßig viele Geräte die Bezeichnung, wenig Strom zu verbrauchen, obwohl dies im Vergleich zu anderen modernen Geräten nicht der Fall ist. Fast jedes Gerät erhält die Kennzeichnung A, doch auch hier lohnt sich ein Vergleich zwischen unterschiedlichen Geräten. Die Unterschiede sind teilweise enorm.

Damit Sie in Ihrem Haushalt den Energieverbrauch langfristig senken können, sind hier einige Tipps zusammengestellt worden, mit deren Hilfe Sie mit wenigen, einfach zu befolgenden Maßnahmen einen großen Anteil der Stromrechnung einsparen können.

Die Standby-Falle

Ein durchschnittlich ausgestatteter Haushalt verfügt über viele Geräte, die unbemerkt und ganz ohne Ihr Zutun jede Menge Strom benötigen, um jederzeit bereit zu sein, eingesetzt zu werden. Dies sind bekanntlich besonders Fernseher, DVD-Player und Stereoanlagen, die auf Knopfdruck mit der Fernbedienung „aufgeweckt“ werden können und nahezu sofort funktionsfähig sind. Dass dieser Service unnötig Strom verbraucht, ist die Kehrseite der Medaille und sollte möglichst vermieden werden. Bereits durch das Ausschalten dieser wenigen Geräte können rund 100 Euro in einem durchschnittlichen Haushalt im Jahr gespart werden.
Weitere dieser unnötigen Verbrauchsgeräte sind Anrufbeantworter, Warmwasserspeicher, die Netzteile von unterschiedlichen Geräten wie Handyakkuladekabel, der Internetrouter, Drucker und Faxgeräte und viele viele weitere Geräte, die sich in fast jedem Haushalt in Deutschland verstecken. Ein gutes Indiz für einen hohen Verbrauch von Geräten ist die entstehende Wärme. Sollten Sie merken, dass ein nicht benutztes Gerät viel Wärme abgibt, dann ziehen Sie lieber den Stecker, ihr Geldbeutel wird sich bedanken.

Kampf gegen den versteckten Stromverbrauch

Zuerst einmal sollten Sie möglichst alle Stromfresser identifizieren. Mithilfe kleiner Geräte, die es im Fachhandel zu kaufen gibt, kann jeder Zuhause den Stromverbrauch einzelner Geräte genau nachmessen. Oftmals kommen hier Dinge zum Vorschein, die so nicht erwartet waren. Dabei sollte auch der Standby-Verbrauch einzelner Geräte nachgemessen werden.

Eine Möglichkeit, mit einem einzelnen Gerät gleich mehrere Stromfresser zu verbannen, sind Steckerleisten mit Abschaltknopf. Mithilfe eines Knopfes können Sie so die Stromverbindung aller angeschlossenen Geräte kappen und den Standby-Verbrauch so maximal verringern. Dies bietet sich besonders bei Geräten an, die alle in unmittelbarer Nähe zueinander stehen, wie beispielsweise Fernseher, DVD-Player, Receiver und Spielekonsole. Moderne Steckerleisten schalten die Stromversorgung aller Geräte ab, sobald das Hauptgerät – in diesem Fall der Fernseher – ausgeschaltet wird. Dies ist besonders praktisch und einfach.

Auch Zeitschaltuhren können eine gute Möglichkeit sein, Strom zu sparen. Diese bieten sich vor allem bei Warmwasserspeichern an, der so eingestellt werden kann, dass beispielsweise morgens zum Duschen genügend Warmwasser bereit steht, in der Nacht aber nicht durchgehend geheizt werden muss. Dadurch kann der unnötige Energieverbrauch gut kontrolliert und beliebig eingestellt verhindert werden.

Kühl- und Gefrierschränke sind wahre Stromvernichter

In einem durchschnittlichen Haushalt machen Kühl- und Gefrierschrank bzw. –truhe gut ein Fünftel des Nettostromverbrauchs aus. Natürlich gibt es hier einige Unterschiede und Maßnahmen, mit deren Hilfe Sie den Verbrauch und damit die Kosten für diese Geräte langfristig senken können.
Neben dem Alter des Gerätes und der damit einhergehenden verarbeiteten Technologie spielt vor allem der Standort dieser Geräte eine entscheidende Rolle.

Vermeiden Sie hohe Temperaturen in der Umgebung von Ihrem Kühlschrank und Gefriergerät. Der Kühlschrank sollte in der Küche möglichst maximal entfernt von dem Herd und der Heizung stehen, da das Kühlsystem sonst extrem belastet wird und der Stromverbrauch ins Unermessliche steigt.

Es sollte außerdem darauf geachtet werden, dass die Wärme, die der Kühlschrank meist an seiner Hinterseite abgibt, ungehindert entweichen kann. Die Lüftungsgitter dürfen auf keinen Fall vollgestellt werden, da ansonsten die Wärme, die der Kühlschrank abgibt, in gewissem Maße wieder an den Kühlschrank zurückgeführt wird – ein sehr unerwünschtes Ereignis.

Außerdem sollte bei jedem Öffnen des Kühl- und Gefriergeräts darauf geachtet werden, dass die Zeit möglichst verkürzt wird, damit so wenig warme Luft wie möglich in das Innere des Geräts gelangt. Auch sollte darauf geachtet werden, dass das Gerät bestmöglich isoliert ist und komplett schließt. Beschädigungen in der äußeren Isolierung, also auch in der Türdichtung, sollten sofort ausgebessert werden, ansonsten wird das Kühlsystem zu stark belastet, es droht hoher Stromverbrauch.

Fahren Sie für eine längere Zeit in den Urlaub, dann sollten sie Ihrem Konto zuliebe auch dem Kühl- und wenn möglich auch dem Gefriergerät einen Urlaub gönnen. Die in dieser Zeit unnötig entstehenden Stromkosten können einfach vermieden werden. Sollte ein komplettes Abstellen des Geräts nicht möglich sein, dann sollten sie sich zumindest Gedanken über das Anheben der Temperatur machen. Bereits 1° C macht einen viel geringeren Verbrauch aus.

Des Weiteren spielt auch die Temperatur im Inneren eine entscheidende Rolle. Die Temperatur sollte sich jeweils in einem bestimmten Rahmen bewegen, sodass unnötiger Stromverbrauch vermieden werden kann. Bei den Kühlgeräten reicht eine Temperatur von 7° C aus, die optimale Lagerungstemperatur eines Gefriergerätes liegt bei ca. -18° C. Durchschnittlich liegt die Temperatur in deutschen Haushalten in beiden Fällen deutlich darunter, sodass hier besonders viel Strom unnötig verwendet wird, obwohl es absolut überflüssig ist.

Beim Kochen

Auch beim Kochen gibt es einige Tipps, mit deren Hilfe Sie einen Teil Ihrer Energiekosten einsparen können. Grundsätzlich gilt, dass Elektroherde im Vergleich zu Gasherden bezogen auf den Stromverbrauch einen entscheidenden Nachteil haben. Während Gasherde einen sehr hohen Wirkungsgrad haben, wird bei der Stromerzeugung ein großer Teil der Energie insofern verschwendet, als dass ein Teil als Wärme entweicht. Dieser Teil kann als Strom nicht genutzt werden, steht also auch beim Kochen nicht zur Verfügung. Sie sollten also, falls möglich, aus Umweltsicht, einen Gasherd nutzen.

Eine weitere Möglichkeit zum Sparen ist das Nutzen von Wasserkochern, die einen viel geringeren Stromverbrauch beim Erhitzen von Wasser haben als der Herd selber. Das Wasser, das Sie beispielsweise zum Kochen von Nudeln benötigen, können Sie einfach vorher kurz im Wasserkocher erhitzen. So sparen Sie nicht nur Geld, sondern auch Zeit.

Waschmaschinen und Wäschetrockner

Auch beim Wäschewaschen und anschließendem Trocknen der Wäsche gibt es Möglichkeiten, den einen oder anderen Euro einzusparen.
Auch wenn moderne Waschmaschinen bereits sehr sparsam sind und es dadurch kaum noch Einsparpotenzial gibt, sollte immer darauf geachtet werden, dass die Waschmaschine immer voll beladen ist, damit der Wasserverbrauch im Verhältnis zur Wäsche nicht unverhältnismäßig steigt. Auch die Temperatur sollte so gewählt werden, dass die Wäsche sauber wird und Bakterien abgetötet werden. Dafür reichen allerdings oft bereits 60° C aus. Höhere Temperaturen sollten nur in Ausnahmefällen gewählt werden.

Der Wäschetrockner gehört zu den verbrauchsintensivsten Geräten in einem durchschnittlichen Haushalt. Doch auf die Benutzung eines Wäschetrockners kann in der Regel verzichtet werden. Im Sommer sollte Wäsche im Freien getrocknet werden, im Winter kann dies auch innerhalb der Wohnung geschehen.
Unabhängig von der Benutzung eines Wäschetrockners ist allerdings, dass Wäsche in der Waschmaschine besonders geschleudert werden sollte, damit ein Großteil des Wassers bereits aus dem Gewebe herausgeschleudert wird. Dadurch verkürzt sich die Trocknungsphase stark und beim anschließenden Benutzen eines Trockners wird außerdem noch Geld gespart.

Energieverschwender Glühlampe

Eine herkömmliche Glühlampe wandelt mehr als 90% des Strombedarfs in ungenutzte Wärme um, lediglich der Rest wird als Licht abgegeben. Diesem Irrsinn können Sie durch das Einsetzen von Energiesparlampen entgehen. Diese verbrauchen bis zu 80% weniger Strom als normale Glühlampen, erreichen aber trotzdem durchaus die gleiche Lichtleistung wie die traditionellen Lichtspender.


Der Einsatz von Energiesparlampen lohnt sich allerdings nur insofern, dass sie eine gewisse Zeit brennen müssen, damit sich der Einsatz rentiert. Soll die Lampe jeweils nur wenige Sekunden brennen, dann ist der Verschleiß im Vergleich zu den Kosten zu hoch.
Zu unterscheiden ist außerdem zwischen Kaltstartern und Warmstartern. Die Kaltstarter zeigen bereits direkt nach dem Einschalten ihre volle Leistung, die Warmstarter benötigen eine Sekunden, bis die volle Leuchtleistung erzielt ist.

Beim Kauf von Energiesparlampen sollte aber immer darauf geachtet werden, dass Sie sich an Markenprodukte halten. Diese haben eine wesentlich längere Laufleistung als Billigprodukte. Dadurch können die Markenprodukte bis zu 12.000 Stunden brennen, das sind 500 Tage Dauerleistung.
Seien Sie sich allerdings auch bewusst, dass Energiesparlampen eine gesonderte Entsorgung benötigen. Aufgrund unterschiedlicher teilweise giftiger Stoffe sind Energiesparlampen Sondermüll und müssen entsprechend entsorgt werden. Durch die hohen Laufleistungen entfällt häufiges Entsorgen im Vergleich zu herkömmlichen Glühlampen in der Regel allerdings.

Mithilfe dieser wenigen und einfachen Tipps werden Sie in Zukunft viele Euro im Jahr sparen können. Sie sollten ab sofort immer darauf achten, möglichst stromsparend zu wirtschaften, um dem Klima, der Umwelt, aber auch Ihrem Geldbeutel etwas Gutes zu tun.
Beherzigen Sie diese Tipps, denn Energiesparen ist gar nicht so schwer und unbequem, wie viele vielleicht denken werden. Außerdem gilt besonders hier der Grundsatz: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!“.

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